Das System Hermes kurz auf den Punkt gebracht:

Wenn man das System Hermes kurz beschreiben müsste, wäre es simpel in einem Satz zusammenzufassen:

Vernichtungssystem

Sat-Betreiber 1 wird in die Insolvenz getrieben und kann die Paketfahrer nicht mehr bezahlen. Neuer Sat-Betreiber 2 übernimmt die betrogenen Fahrer bis auch dieser pleite ist und überlässt dann wieder die um ihr Geld betrogenen Paketfahrer dem Sat-Betreiber 3.

Ausbeutungssystem

HLG-System

Ich veröffentliche hier noch mal das System der Entlohnung  für die Paketfahrer, das mir ein Insider der HLG zukommen ließ:

Lohnvariante A: Lohnvariante B: Lohnvariante C: Lohnvariante D:
Rentner, Hausfrauen, ALGII-Bezieher, Schüler Sozialversicherungs- pflichtige Arbeitnehmer Selbständige Subunternehmer Praktikanten (auch von der ARGE)
Fahren mit eigenem PKW Fahren mit Transporter des Unternehmers Fahren mit ihrem eigenen KFZ Fahren mit eigenem PKWoder mit PKW des Unternehmers
ca. 50 Pakete täglich ca. 100 Pakete täglich ca. 100 Pakete täglich ca. 50-100 Pakete täglich
Nettolohn/Paket: 0,60€ Nettolohn/Paket: 0,50 Nettolohn/Paket: 0,90 € Nettolohn KEINER
Monatslohn: 690 €(abzügl. Eigener Sprit!) Monatslohn: 1.150 € Monatslohn: 2.070 € KEINER (ggf. 50 € Taschengeld)
Arbeitszeit: 4-6 Std. Arbeitszeit: 8-10 Std. Arbeitszeit: 8-10 Std. Arbeitszeit: ungeregelt

Entlohnungsmodelle/Betrugsarten:

Lohnvariante A:

Diese Personen fahren die Pakete mit ihrem eigenen PKW aus. Dadurch fallen sie nicht auf. Meist tragen sie Privatkleidung oder eine Weste mit Logo. Ihren Benzinverbrauch müssen sie mitkalkulieren bei 0,60 € pro Paket. D.h. der Bote muss so schnell wie möglich und mit geringstem Benzinverbrauch die Pakete zustellen. In der Variante 1. wird er als Minijobber angemeldet und verdient 400,00 €. Den Arbeitgeberbetrag zahlt der Unternehmer tatsächlich. Aller Verdienst über 400,00 € wird explizit unter der Hand ausgezahlt. Weder HERMES noch die Unternehmer verwenden echte Lohnabrechnungen. Stattdessen (siehe Anlage Q) werden lediglich die Paketmengen und der Nettolohn auf das Papier gebracht. Mehr ist auf der „Abrechnung“ nicht zu finden. Löhne werden bei dieser Lohnvariante nahezu ausschließlich bar ausgezahlt, damit der Rentner oder der ALGII-Bezieher keine Probleme bekommt. Der Paketpreis ist so niedrig gestaltet, das der Bote meist gg. 5 Euro (abzüglich Sprit) liegt und nur in Verbindung mit Transferleistungen (oder Rente oder anderes) diesen Arbeitsvertrag (welche i.d.R. auch nur mündlich gestaltet werden) annimmt. Die Masse erhält Transferleistungen oder Rente und verdient sich so viel Geld dazu. Für ALGII-Bezieher wird dann gegenüber dem Amt bestätigt, das derjenige doch bloß für maximal 165 € gearbeitet hat. Die Abrechnung wird falsifiziert. Der Betrag bar ausgezahlt. Meist wird dieser Typ Arbeitnehmer aber auch gar nicht irgendwo gemeldet. Der Betrag wird gleich komplett schwarz ausbezahlt. Gelegentlich nimmt sich manch ein Rentner doch pro forma einen Gewerbeschein, allerdings ist in dem Fall die Scheinselbständigkeit einwandfrei nachzuweisen.

Lohnvariante B:

Der Arbeitnehmer wird tatsächlich sozialversicherungspflichtig angemeldet. Allerdings nur für einen Bruchteil des tatsächlichen Lohnes. Sein Paketpreis ist ein nahezu Nettopreis. D.h. von den 1.150 € meldet der Unternehmer meist 401,00 € oder bleibt allgemein in der Gleitzone. Bei 401,00 € teilen sich Unternehmer und Angestellter die minimalen Sozialversicherungsbeiträge und von Lohnsteuer ganz zu schweigen! Der Nettolohn passt also für beide Seiten. Dadurch das der Angestellte maximal 3.000 € (meist gg. 2.500 €) für den Unternehmer einfahren kann und man Fahrzeugmiete + Treibstoff (1.100 €) und Lohn (1.150€) + fiktive Abgabe (100,00€) abziehen muss, bleiben nur relativ kleine Gewinnmargen.

Lohnvariante C:

Typische Scheinselbständigkeit. Ein dritter Subunternehmer kommt mit einem Mitarbeiter und bekommt eine Tour mit 100 Paketen. Er ist komplett weisungsgebunden sowie der Unternehmen selbst auch. D.h. Material, Tour, Kleidung, Arbeitsgeräte etc. Dieses sind meist Familienbetriebe, die keinerlei Sozialversicherungsbeiträge zahlen oder Angestellte anmelden. Die Vergütung wird i.d.R. Netto und bar ausbezahlt. Umsatzsteuer und andere Abgaben werden nicht entrichtet.

Lohnvariante D:

Die wirtschaftlichste Variante: Ein Trainingsteilnehmer oder Ausbildungsbewerber wird in ein Praktikum gesteckt, welches durchaus 3-12 Monate dauern kann. Der Praktikant übt sämtliche Tätigkeiten wie jeder andere normale Angestellte auch. Nur wird er dafür nicht vergütet sondern erhält höchstens ein Taschengeld. Die Fluktuation ist hier sehr sehr hoch.

Allgemein besitzt HERMES insgesamt eine Fluktuation von über 80%. Zum einen weil die Bewerber zu viel Angst vor Entdeckung der Steuerhinterziehung und Sozialversicherungsbeiträge haben und dann lieber schnell die Flucht ergreifen, zum anderen bewirbt sich die absolute Unterschicht. Diese Menschen können nur schwer aus dem gesamten Kreislauf ausbrechen und hoffen, nicht erwischt zu werden. Irgendwann jedoch wird es denen auch zu „heiß“.

HERMES setzt seine „Unternehmer“ lediglich als Geldwäscher und Lohnsteuer- und Sozialversicherungsbetrüger ein. Es existiert keine Selbständigkeit bei HERMES. Alles basiert auf dem Durchreichen von Geldern sowie Steuerhinterziehung, Sozialversicherungsbetrug, Scheinselbständigkeit u.a.

HERMES und seine „Unternehmer“ sind sich in der Masse der genannten Vergehen und Verbrechen seit rund 10 Jahren treu. Es ist nicht nur von einem aktuellen wirtschaftlichen Schaden, sondern von einem rückwirkenden Schaden auf Jahre auszugehen!

Um sie vor Gericht zu bekommen, muss man Bundesweit gleichzeitig alle „Unternehmer“ morgens zwischen 06:00 und 10:00 Uhr vor Ort durchsuchen und die Dokumente beschlagnahmen sowie am selben Tag, gleichzeitig die Hermes Zentrale in Hamburg durchsuchen und die Daten der „Unternehmer“ und die Geldbewegungen beschlagnahmen!

 Den Behörden würde so ein gewaltiger Betrug bekannt werden!

Advertisements