Sat-Betreiber verurteilt!

Aktenzeichen 23 Ls 150 Js 3981/13

Wie lange lassen sich ausgebeutete Sat-Betreiber noch in die Kriminalität treiben?

Seit 2011 habe ich einiges dafür getan, damit der Hermes-Skandal publik wurde, um auch die Sat-Betreiber vor dem Ruin zu bewahren.

Die Dummheit einiger Vertragspartner ist eigentlich nicht mehr zu toppen. Wer für Hermes seine Existenz auf’s Spiel setzt, müsste eigentlich wegen dieser Dummheit in den Knast.

Wacht auf, Leute! Es ist Eure Pflicht für Eure Familie zu sorgen.

Am 12. November klagte die Staatsanwaltschaft Regensburg vor dem Schöffengericht einen Vertragspartner von Hermes an. Der Vorwurf: Er soll etwa 270.000 Euro Sozialversicherungsbeiträge nicht bezahlt haben. Wörtlich heißt es in der Anklage gegen den 53-jährigen Unternehmer, dass er ein “sogenanntes Satellitendepot der Hermes Logistik Gruppe Deutschland GmbH” als “selbständiger Gewerbetreibender” übernommen habe.

Der Hermes-Sat-Betreiber wurde wegen Vorenthaltens und Veruntreuen von Arbeitsentgelt in 257 Fällen, in 215 Fällen davon jeweils in Tateinheit mit Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt schuldig gesprochen und zu eineinhalb Jahren Gesamtfreiheitsstrafe verurteilt. Die Vollstreckung wurde zur Bewährung ausgesetzt. Das Urteil ist rechtskräftig. (Aktenzeichen 23 Ls 150 Js 3981/13).

Ja, liebe Sat-Betreiber/Innen: Opfert weiterhin Euer Leben für Hermes oder handelt endlich und kämpft um Eure Existenz und zwar richtig, in dem Ihr Euch gegen die Geschäftspolitik wehrt!

Viele Vertragspartner wurden in den letzten Jahren ruiniert und landeten oftmals als Angeklagte vor Gericht. Die Gesetzeslage bricht den Sat-Betreibern das Genick.

Immer wieder höre ich, dass sich Sat-Betreiber gewzungen sehen, schwarz arbeiten zu lassen, weil Hermes angeblich einen zu geringen Paketpreis zahlt. Wenn es so sein sollte, dann müssen die Sat-Betreiber sich jetzt mit den richtigen Methoden gegen das System wehren, um nicht angeklagt zu werden.

Für Sat-Betreiber/Innen, die sich die üble Geschäftspolitik der Hermes-Vorstände nicht mehr bieten lassen wollen und die jetzt finanziell vor dem Aus stehen, habe ich einen wichtigen Hinweis: Einzelanzeigen gegen Hermes bringen nichts. Zivilklagen sind für einzelne Sat-Betreiber nahezu aussichtslos.

Statt einer Schadensersatzklage gegen Hermes würde ich aktuell ruinierten Sat-Betreibern eher zu Selbstanzeigen wegen Scheinselbstständigkeit raten. Das ist ein schärferes Schwert. Nur so wird der Gesetzgeber gezwungen, sich der Umstände anzunehmen und der Staat kommt auch eher an sein Geld.

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