Arbeitsminister Schneider zu Paketdiensten

Auftraggeber in der Pflicht

Paketzusteller arbeiten zu niedrigen Löhnen und unter einem enormen Zeitdruck. Das NRW-Arbeitsministerium hat dir Branche jetzt durchleuchtet. Über die Ergebnisse sprach WDR 2 mit Arbeitsminister Guntram Schneider.

„Die Ergebnisse unserer Erhebungen sind nicht nur ernüchternd, sondern zum Teil erschreckend“, diese Einschätzung schickt Guntram Schneider den Ergebnissen seiner Kontrolleure voraus. „In über 50 Prozent aller Fälle werden elementare Bedingungen des Arbeitsschutzes und des Verkehrsschutzes nicht eingehalten.“
Dagegen müsse etwas unternommen werden, so Schneider auf WDR 2. Über die Zustände in der Branche war schon in der Vergangenheit immer wieder berichtet worden, trotzdem habe sich bislang nichts geändert. Warum? Schneider: „Das müssen Sie die großen Auftraggeber fragen.“

Trotz des vor einigen Monaten vereinbarten „Ehrenkodexes“, mit dem Zusteller und ihre Auftraggeber die Arbeitsbedingungen verbessern wollten, sei bisher keine Verbesserung eingetreten. Jetzt müsse der Gesetzgeber handeln, ist Schneider überzeugt.
Transparenz und Verantwortung

Das Audio: Arbeitsministerium kontrolliert Paketzusteller: „Elementare Bedingungen des Arbeitsschutzes nicht eingehalten“ (28.07.2014)

Audio, hier:

http://www.wdr2.de/aktuell/paketdienste128.html

Der Mindeslohn sei dafür ein erster Schritt, allein aber noch nicht genug. „Es geht darum, dass wir in dieses Subsystem Transparenz hineinbringen.“ Die großen Auftraggeber, besonders im Onlinehandel, gäben den Druck an die mit der Auslieferung beauftragten Subunternehmer weiter. „Die Auftraggeber […] müssen auch verantwortlich gemacht werden für die Arbeitsbedingungen in der Branche“, so Schneider auf WDR 2. Die Ergebnisse der Studie sollen am Montag (28.07.2014) um 11 Uhr in Düsseldorf präsentiert werden.

Stand: 28.07.2014, 07.43 Uhr

Advertisements